Leitlinien und Ziele

Die Leitlinien und Grundhaltungen von ARANEA beziehen sich mit dem Bewusstsein über die bestehende Konstruktion der Geschlechter in einer patriarchalen globalen Gesellschaft vorwiegend auf jene einer transkulturellen feministischen Mädchenarbeit. 

Empowerment

Um Selbstbestimmung und Autonomie zu erlangen braucht es für Mädchen und junge Frauen einen eigenen Erfahrungsraum, in dem sie wertgeschätzt werden, ihren Interessen nachgehen, persönliche Fähigkeiten ausprobieren, Stärken erkennen sowie Wünsche und Ziele artikulieren können. Im Weiteren wird durch gemeinsame Aktivitäten in der Öffentlichkeit selbstbestimmtes Handeln auch außerhalb des geschützten Rahmens gefördert.

Parteilichkeit

Parteilichkeit bedeutet auch Mädchen / junge Frauen darin zu be-stärken, ihren Weg selbst zu bestimmen und ihnen unterschiedliche Möglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen. Mit spezieller Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Bedingungen von Mädchen und jungen Frauen werden ihre Anliegen in der Öffentlichkeit vertreten. Voraussetzung für Parteilichkeit ist die Selbstreflexion des eigenen Frauseins der Mitarbeiterinnen.

Freiwilligkeit

Die Mädchen und jungen Frauen entscheiden selbst ob, wann, wo und mit welcher Motivation sie die Angebote von ARANEA in Anspruch nehmen. Die Teilnahme ist unverbindlich und es besteht kein Konsumzwang.

Partizipation und bedürfnisorientiertes Angebot

Das Angebot wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt, indem die Mädchen und jungen Frauen aktiv in den Gestaltungsprozess miteinbezogen werden.

Ressourcenorientierung

Mädchen und junge Frauen werden mit ihren vielfältigen Fähigkeiten und Lösungsstrategien wahrgenommen. Sie werden beim Erkennen ihrer Ressourcen unterstützt, welche die Basis für eigenständige Entscheidungs- und Lebensgestaltungsprozesse sind. Auf diesem Weg wird der einseitigen Wahrnehmung, Mädchen und junge Frauen als Opfer zu sehen, entgegen gewirkt.

Vielfältige Lebensweisen und Identifikationsmöglichkeiten

Es wird ein Raum für Vielfalt und Differenz eröffnet, indem unterschiedliche Lebenskonzepte von Frauen gleichwertig bestehen können. Hierfür braucht es die Loslösung von statischen Identitätskonzepten und Zuschreibungen. So werden den Mädchen unterschiedliche Vorbilder präsentiert und ihre Perspektiven für die eigene Lebensplanung erweitert.

Transkulturalität

Unter dem Begriff Transkulturalität versteht ARANEA „dass Kultur und kulturelle Identität keine absoluten oder statischen Größen sind“1, sondern jede Person durch ihre Erfahrungen, Hintergründe und komplexen Rollenanforderungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Kontexten eine individuelle „Kultur“ lebt und entwickelt. Die Mädchen sind aufgefordert diverse Facetten der Persönlichkeit und unterschiedliche Rollen zu vereinen anstatt sich für das eine oder andere festzulegen und zu entscheiden. Mit diesem Bewusstsein wollen wir jedes Mädchen mit ausschließlich ihren persönlichen Erfahrungen und Hintergründen wahrnehmen und sie individuell im Prozess der Identitätsentwicklung begleiten.

Ziele